9. Österrei­chi­scher Tier­rechts­kon­gress

Simone Horstmann
Simone Horstmann

Simone Horstmann

Schreibdenkend, mag (gute) Science-Fiction, Spaziergänge mit Hunden und Gespräche mit Hühnern

Als Philosophin und (gerade-noch-so-eben-)Theologin interessiert sich Simone für die normativen Fragen, die sich uns im Umgang mit Tieren stellen. Fast noch mehr aber interessieren sie die Sprachformen, die wir für diese Fragen finden, und die Erfahrungen, die Menschen mit diesen Fragen verbinden: Oft sind dies Erfahrungen abgründigen Leidens, emanzipativer Kraft, quälender Überforderung, aber auch tiefer Gleichgültigkeit. In der Zeit ihres Studiums konnte sie in den frühen 2000er-Jahren miterleben, wie sich die Tierethik als eigenständige Disziplin in den Geisteswissenschaften etabliert hat – und trotzdem hat sich die Lektüre der meisten Standardwerke dieser Zeit bei all ihrer Leistung doch mit einer unterschwelligen Ernüchterung zurückgelassen, die sie sich damals allerdings noch gar nicht recht erklären konnte.

Diese Irritation hat Simone lange begleitet und vielleicht auch dafür gesorgt, dass ihre Aufmerksamkeit fortan auf zwei verschiedenen Aspekten lag: Sie hat in ihrer Postdoc-Zeit an der TU Dortmund einerseits versucht, Formen der Gewalt gegenüber Tieren verstehend und kritisch zu dekonstruieren, sie also nicht bloß als Oberflächenphänomene wegzuerklären. Daraus sind u.a. die Bücher Religiöse Gewalt an Tieren und Unwriting Nature entstanden. Andererseits hat sie vor allem in letzter Zeit vermehrt der Versuch beschäftigt, nicht nur kritisch-dekonstruierend, sondern auch positiv zu bestimmen, was es bedeutet, Tiere moralisch wahrzunehmen. Ethik ist nicht nur eine Debatte über gute Gründe, sondern vor allem eine Optik, wie Emmanuel Levinas es einmal formuliert hat: Eine Wahrnehmung der Einzigartigkeit von Subjekten. Um diese Art der Wahrnehmung wird es auch in ihrem Vortrag gehen.

Beiträge am Tierrechtskongress

Was bedeutet es, das Leid von Tieren zu sehen? Vortrag von Simone Horstmann

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